Lilly, das übermütige Wolkenkind

Wenn wir zum Himmel sehen kommt uns sicherlich der Gedanke, wie  langweilig ein Wolkenleben  doch sein muss. Immer nur hin und her zu ziehen mal langsam und manchmal schnell. Die Geschichte über Lilly wird uns eines besseren belehren. Mit ihrer Gruppe zog sie dahin, immer  dem Wind vorneweg. Das stille Leben wurde ihr mit der Zeit zu eintönig. Zum Leidwesen der anderen Wolken überkam sie hin und wieder der Übermut.

Ausgelassen tanzte sie aus der Reihe, schlug gefährliche Saltos und stieß
den anderen in ihre Seiten. “ Juch hu!, rief sie,” wie kann das Wolkenleben lustig sein!”
Der Wolkenführer fand Lilly`s Aktionen gar nicht witzig und ermahnte sie:” du bist
noch zu klein, zu unerfahren, um eigene Wege zu ziehen. Darum solltest du in der
Gruppe bleiben! Wie schnell ist es passiert, dass der Wind dich forttreibt! Und was
dann?” Lilly hörte nicht zu, denn sie dachte sich bereits einen neuen Streich aus. Sie zog
so dicht unter den großen Wolken her, dass sie deren Bäuche berührte. Oh, wie das
kitzelte. Sie begannen zu lachen. Prompt öffneten sich ihre Schleusen und Regen fiel
zur Erde.
Lilly bekam Schimpfe: “ Kleine, nun ist aber Schluss mit dem Schabernack, hätte dies
der Wolkenführer gesehen, hättest du Ärger bekommen! Wir dürfen es nicht überall
regnen lassen. Lilly fragte kess:” Dann sagt doch wo wir dürfen. Ich möchte euch
wieder kitzeln?” Verärgert entgegneten ihre Gefährtinnen:” Du darfst niemanden
kitzeln. Bis Norwegen müssen wir durchhalten und solange wirst du in unserer Mitte
bleiben und keinen Unfug anstellen! Wir werden dich sonst nicht mehr in unsere Obhut
nehmen, wenn deine Eltern ihren Einsatz am Südpol haben!”
“Papperlapapp!”, rief Lilly frech,” ich bin nicht mehr so klein wie ihr alle denkt.                           

Darf ich etwa keinen Spaß haben, nur weil ihr Gesichter zieht wie 7Tage Regenwetter?”     

Die anderen schwiegen.
Wie sollten sie Lilly die Sorge verständlich machen? Ruhig zogen sie auf der
Wolkenstraße und es sah ganz danach aus, als hätte Lilly sich besonnen. Sie sollten sich
irren. Die kleine Wolke dachte sich bereits wieder eine Dummheit aus.
Plötzlich zog ein Sturm auf,. Hui, wie das wehte. Der Wolkenführer befahl:” Alle dicht
beisammen bleiben und die Kleinen in die Mitte nehmen!” Lilly, fand es toll, endlich
schneller geschoben zu werden. Genau jetzt, war der richtige Zeitpunkt für ihren
Streich. Unauffällig sah sie nach rechts, dann nach links. In einem unbeobachteten
Moment, löste sie sich aus der Mitte und überholte eilig die Schar. Der Sturm trieb Lilly
noch schneller voran. Doch ihr war nicht bewusst, in welcher Gefahr sie schwebte.
Unter der Wolkenschar machte sich Aufregung und Entsetzen breit, weil die kleine
Wolke plötzlich verschwunden war. “ Nun mal ganz ruhig”, beschwichtigte der
Wolkenführer. Mit Panik erreichen wir nichts!, Jetzt kann nur noch der schnelle Ferdy
helfen!” Ferdy war sofort zur Stelle und stürmte los um die kleine Wolke einzufangen. “
Welche Angst muss Lilly wohl ausstehen“, sorgte sich die Schar. Hoffentlich lässt sie
keinen Regen fallen, denn wir sind erst über Dänemark!” Der Wolkenführer versuchte
alle zu beruhigen:” Unser Ferdy wird es schaffen! Wenn nicht er, wer sonst?”
“ Wenn der Sturm sie nach Grönland treibt, werden wir sie nie wieder sehen! Mit dem
harten Klima dort, hat Lilly noch keine Erfahrung.“ Nervös schauten sie in die
Richtung, in die Ferdy verschwunden war.
Vielleicht wird sie aus Schaden klug, denn gehorchen wollte Lilly ja nicht. Der Sturm,
beruhigte sich, aber die Stimmung sank auf den Nullpunkt. Einige Wolken gaben die
Hoffnung auf und weinten, sodass ein paar Wassertropfen zur Erde fielen. Inzwischen
hatte der schnelle Ferdy, Lilly gesichtet. Bevor sie das Eismeer überquerte, holte er sie
ein.” Ferdy, mein lieber Ferdy!, rief Lilly überglücklich. Ich hatte große Angst. Wo sind
die anderen?”
“Die warten über Norwegen auf uns, jetzt ist Eile angesagt weil unser Zeitplan nicht
durcheinander geraten darf!” Lilly klagte:” Ferdy, ich habe Bauchweh, darf ich es
regnen lassen?” Er zog sie mit sich:“ Nein bloß nicht, du musst durchhalten!”
Aus der Ferne winkte ihnen die Wolkenschar entgegen und rief freudig:
“Welch ein Glück, euch wieder in unsere Mitte zu wissen!”
Bald darauf waren sie am Ziel. Erleichtert öffneten sie ihre Schleusen , auch die kleine
Lilly, die danach kein Bauchweh mehr hatte. Von nun an versprach sie, sich zu bessern.
Ein kleines Späßchen durfte sie ab und zu machen. Ob es dort oben noch mehr Lillys
gibt? Vielleicht sollten wir genauer hinschauen.