Manni ist der "COOLSTE"

                                 Auch als eBook erhältlich

                                     Hase Manni am Nordpol
 

Fern im Hoppelland stand in der Hoppelstadt das Hoppeldorf,
in dem Hase Manni alleine in seinem kleinen Häuschen
wohnte. Von seinem Fenster aus hatte er den Blick auf das
schöne Löffelgebirge, vor seinem Häuschen die gepflegte
Wiese, und rundherum den großen Wald. Seine vielen
Nachbarn mit ihren Hasenkindern mochten Manni nicht, weil
er stets brummig und unzufrieden war. Manchmal hatten die
kleinen Hasen Angst vor ihm, wenn er mit ihnen schimpfte,
und einen Grund dafür fand Manni immer. Entweder spielten
sie zu laut oder lachten zu viel, kurz gesagt: Manni war ein
Brummelhase, der mit niemanden etwas zu tun haben wollte.
Die Hasenmänner gaben sich große Mühe, Manni in ihre Mitte
zu holen. Sie luden ihn zum Kartenspiel oder zum
Fußballgucken ein, doch Manni lehnte ab und vergrub sich in
seinem Häuschen.
Doch seine Osterarbeit übte er gewissenhaft aus. In seinem
Schuppen stand sein altes Fahrrad mit einer kleinen Karre
hintendran, damit holte er die Eier, die er dann zuhause bunt
anmalte. Die Nacht vor Ostersonntag war Manni stets
unterwegs, um die Eier für die Kinder zu verstecken. Ob bei
Wind, Regen oder Schnee, machte Manni seine Arbeit gut.
Kurz vor Weihnachten erhielt er einen Brief vom Nikolaus, der
ihn um Hilfe bat. Da er schon sehr alt war, könne er Mannis
Unterstützung gebrauchen. Der Nikolaus würde ihn von einem
Schlitten mit vier Rentieren abholen lassen. Manni überlegte,
warum der Nikolaus ausgerechnet ihn um Hilfe bat, da er
doch nicht gerade freundlich zu seinen Nachbarn war. Aber
Manni verwarf diesen Gedanken und sagte dem Nikolaus
seine Hilfe zu, außerdem käme ein wenig Abwechselung in
sein einsames Hasenleben.
Der Tag kam schnell, an dem Manni sich auf die Reise zum
Nordpol machen musste. Seine Winterbekleidung sollte ihn
vor der Kälte schützen, außerdem ein dicker Schal und seine
Pfotenschuhe. Oh, der Manni war aufgeregt, denn noch nie ist
er auf einem Schlitten durch die Luft gesaust, noch nie hatte
er das Hoppelland von oben gesehen. Er ruhte ein wenig,
schlafen war unmöglich.
Mitten in der Nacht landete der Rentierschlitten, den der
Knecht vom Nikolaus steuerte. Obwohl Manni weiche Knie
hatte, setzte er sich mutig in den Schlitten, der sofort abhob.
Weil es stockfinster war, konnte er vom Hasenland nur die
Lichter sehen. Aber das war ihm so egal, denn Manni ging es
gar nicht gut. Der Schlitten fuhr rasend schnell, der Wind war
eisig kalt und so stark, dass er ihm die Ohren an seinen Kopf
drückte. Manni sehnte sich nach seinem warmen Bett, zumal
der Schneefall so stark einsetzte, dass er nichts mehr
erkennen konnte. Irgendwann musste Manni eingeschlafen
sein. Von der tiefen Stimme des Nikolaus wurde er geweckt:
”Herzlich Willkommen am Nordpol, Manni!”, begrüßte er den
Hasen und lachte so sehr, dass sein dicker Bauch dabei
wackelte. Zuerst wurden die Rentiere mit Futter und Wasser
versorgt, danach gingen alle gemeinsam in die warme Stube
und setzten sich um einen großen Tisch, der reichlich gedeckt
war. Der Nikolaus forderte Manni auf, sich satt zu essen und
wenn er wolle, könne er sich von seiner anstrengenden Reise
erholen, und morgen werde er ihm alles zeigen und erklären.
Manni nahm das Angebot dankbar an, denn er hatte ein
großes Schlafbedürfnis.
Aus dem Fenster seiner Schlafkammer sah er, wie hoch der
Schnee lag, der Mond schien ganz hell und die Sterne
blinkten. Ein paar Schneehasen versuchten, durch den
schweren Schnee zu hoppeln und Manni konnte nicht
glauben, dass er wirklich am Nordpol war.
Am Abend legten sich alle zur Ruhe; auch die Rentiere waren
froh, wieder auf wärmendem Decken in ihrem Stall zu liegen.
Früh am Morgen weckte der Nikolaus seine Köchin, seine
Arbeiter und natürlich auch Manni. Am großen Tisch sprach er
zu ihm: “Wenn wir uns gestärkt haben, werde ich dir alles
zeigen, damit du weißt, was wir hier am Nordpol zu arbeiten
haben!"
Anschließend machte der Nikolaus mit Manni den
versprochenen Rundgang und zeigte ihm seine großen
Werkshallen. Manni staunte über das helle Licht, welches von
den Sternen kam, alles hier war leuchtend und glitzernd bunt.
Er sah nur in kleine freundliche Gesichter, die Arbeit beim
Nikolaus machte ihnen wohl viel Freude. Der Nikolaus nahm
Manni an seiner Pfote und führte ihn in die erste große Halle.
"Sieh Manni, hier wird das Holz angeliefert und geschnitten,
bevor es in die zweite Halle gebracht wird.”
Manni hätte nicht gedacht, dass so viele Arbeiter für den
Nikolaus wirken und schaffen. Mit Eifer, Schweiß und guter
Laune machten sie ihre Arbeit.
In der zweiten Halle wurde das Holz nach Maß gesägt, um
anschließend zu Spielzeugen für die Kinder zusammengebaut
zu werden.
In der dritten Halle saßen Engel, die mit zierlichen Händen
und feinen Pinseln das fertige Spielzeug anmalten. Dann
zeigte der Nikolaus dem Manni seine Puppenhalle.
"Viele kleine Mädchen wünschten sich zu Weihnachten ein
Püppchen, in schönen Kleidern mit Haaren und Schühchen."
Der Nikolaus erklärte weiter: ”Die Engelhaare, die vom
Himmel fallen, geben wir unseren Puppen, deshalb sehen sie
so wunderschön aus.”
Manni hatte die ganze Zeit über kein Wort gesprochen, nicht
eine Frage gestellt, weil das, was er hier sah, ihm die Sprache
verschlug.
“So Manni, jetzt gehen wir in meine letzte Halle, da werden
die Wunschzettel der Kinder gelesen und die Geschenke
verpackt.”
Zum ersten Mal dachte Manni an die Hasenkinder im
Hoppeldorf; so viele Spielsachen in einer Halle hätten ihnen
auch Freude bereitet. Bei diesem Gedanken wurde Manni
warm ums Herz. Nun wurde es Zeit, an die Arbeit zu gehen.
Manni durfte in der Halle, in der gesägt, geschraubt und
gehämmert wurde, arbeiten und er stellte sich gar nicht dumm
an, obwohl er noch nie eine Säge oder anderes Werkzeug in
seinen Pfoten gehalten hatte. Eifrig war Manni bei der Arbeit.
Er werkelte, dabei tropfte Schweiß von seinen langen Ohren.
Der Nikolaus beobachtete ihn mit einem Lächeln und nickte
zufrieden. Ein hell klingendes Glöckchen läutete den
Feierabend ein. Alle Arbeiter legten ihr Werkzeug beiseite und
machten sich auf den Weg ins Haus.
Manni war nach dem ersten Arbeitstag völlig erschöpft. Er
wollte ein wenig essen und danach nur noch schlafen.
Beim Frühstück des nächsten Morgen sagte der Nikolaus zu
Manni: ”Wenn wir unsere Arbeit erledigt haben, nehme ich
dich mit, die Geschenke an die Kinder verteilen.”
“Oh oh, schon wieder Rentierschlitten fliegen?”, dachte Manni,
aber er wollte dem Nikolaus nicht widersprechen.
Je länger Manni beim Nikolaus arbeitete, desto mehr Spaß
hatte er daran. Aus dem brummigen Hasen wurde ein lustiges
Kerlchen, das mit seinen Kollegen scherzte und immer einen
Witz auf seinen Hasenlippen hatte.
Nun war der Tag gekommen, an dem die Nikolaussäcke auf
den Schlitten gepackt werden mussten. Diese Arbeit wollte
der Nikolaus mit seinem Knecht alleine machen, weil die
Säcke prallgefüllt mit Spielzeug waren. Manni wollte zeigen,
dass auch er stark war, nahm sich einen Sack auf die Schulter
und versank tief im Schnee. An seinen langen Ohren zog der
Nikolaus ihn wieder raus und nun stand Manni ganz weiß und
nass da.
“Manni, jetzt bist du ein Schneehase, nun kannst du hier am
Nordpol bleiben!”
Sie sahen sich an und lachten herzhaft. Es dunkelte bereits,
als der letzte Sack auf den Schlitten gehievt wurde. Der
Nikolaus gab Manni Schneestiefel, den dicken Schal und die
Pfotenschuhe. Dann ging es los.
Schneeflocken tanzten auf seiner Nase. Er sah die Welt in
einem weißen Kleid und fand plötzlich Gefallen am
Schlittenfliegen. Der Nikolaus machte Manni auf das erste Ziel
aufmerksam: “Da unten müssen wir hin! Das ist eine
Kinderklinik, in der schwerkranke Kinder behandelt werden
und denen machen wir heute eine Freude!”
Der Rentierschlitten setzte genau vor dem Eingang auf. Der
Nikolaus nahm zwei Säcke vom Schlitten und stapfte mit
Manni zum Eingang. Diejenigen, die laufen konnten, kamen
ihnen entgegen, umfassten den Nikolaus und strahlten ihn
aus glänzenden Augen an. Denen gab er zuerst ihre
Geschenke, bevor er mit Manni in die Krankenzimmer ging.
Was mag der einst bummelige Manni wohl gefühlt haben, als
er die armen Kleinen sah? Einige saßen im Rollstuhl und
konnten nicht gehen, andere lagen in ihren Bettchen. Sie
konnten sich nicht bewegen, aber alle strahlten aus ihren
Augen. Zu jedem einzelnen Kind ging der Nikolaus, streichelte
ihnen über den Kopf und gab ihnen die Geschenke. “Siehst du
Manni, wie viel Leid es auf der Erde gibt?”
Doch Manni gab keine Antwort. Als der Nikolaus sich nach
ihm umdrehen wollte, stellte er fest, dass Manni bereits das
Krankenzimmer verlassen hatte. Später sah er ihn auf der
Treppe sitzen. Als der Nikolaus sich zu ihm herunterbeugte,
stellte er fest, dass Manni weinte. Der Nikolaus fragte ihn
nichts, sondern ließ ihn in Ruhe. Wortlos stapften sie wieder
zum Rentierschlitten und flogen zu ihrem nächsten Ziel.
Manni fand seine Sprache wieder und fragte: ”Wo sind wir
jetzt?”
“Wir gehen nun ins Kinderheim und wenn wir damit fertig sind,
fliege ich dich wieder nach Hause!”
Manni überlegte und fragte nach: ”Was ist ein Kinderheim?”
Der Nikolaus versuchte es Manni zu erklären: ”Ein Kinderheim
ist ein Haus, in dem Kinder leben, die keine Eltern mehr
haben, oder deren Eltern keine Zeit für sie haben!”
Manni verstand nicht, warum der Nikolaus ihm so viel Leid
zeigte, aber diesen letzten Gang musste er noch schaffen. Für
die vielen Kinder nahm der Nikolaus die letzten drei Säcke
vom Schlitten und trug sie nacheinander ins Haus. An dem
Fenster standen die Kleinen winkend und warteten auf den
Nikolaus. Manni sah sie auf nackten Füßchen und in dünnen
Hemdchen auf den Fluren stehen, dieser Anblick trieb ihm die
Tränen in die Augen. Die Kinder waren so glücklich über die
Geschenke, dass sie fragten: “Nikolaus kommst du morgen
wieder?”
Er sah sie mitleidig an und antwortete: ”Das kann ich doch
nicht, ich darf euch nur einmal im Jahr besuchen, aber das
Christkind kommt ja bald.” Damit konnte der Nikolaus die
Kleinen ein wenig trösten, dann gingen die beiden wieder
hinaus. Draußen musste Manni den Nikolaus doch fragen:
“Sag mir, warum du mir solch arme Kinder zeigen musstest,
sollte ich deshalb zu dir kommen?”
Der Nikolaus sah Manni tief in die Augen und sprach: “Ja,
denn ich habe dich immer beobachtet und mich gefragt,
warum du so unfreundlich und brummig mit deinen netten
Nachbarn umgehst. Einmal solltest du sehen, welch großes
Leid es auf unserer Erde gibt. Und trotzdem strahlen Augen,
obwohl sie eher weinen müssten. Diese Erfahrung solltest du
mit in dein Leben nehmen, denn du bist eigentlich ein ganz
netter Kerl. Du musst es nur wollen!”Manni wurde
nachdenklich und bemerkte nicht, dass der Rentierschlitten
bereits wieder mit ihnen davonflog. Nun war der Nikolaus
gespannt darauf, was Manni bei ihm gelernt hatte, er würde
ihn jedenfalls weiter beobachten.
Nach einer langen und kalten Reise ist Manni wieder in
Hoppeldorf gelandet Die Hasenkinder tollten im Schnee und
riefen: ”Mama, Papa, der Brummel-Manni ist wieder da!”
Aber dieser Manni war wie ausgewechselt. Er ging auf die
Kleinen zu, streichelte ihnen die langen Ohren, gab deren
Eltern freundlich die Pfote und fragte: "Habt ihr heute Abend
vielleicht Lust auf ein Kartenspielchen?”
Die Hasenmänner wussten nicht, was geschehen war. Ganz
verdutzt sagten sie: “Heute Abend läuft Fußball im Fernsehen,
der 1. FC Hasenbein gegen Wacker- Hoppelstadt, das wollen
wir auf jeden Fall nicht verpassen, aber du kannst ja mit uns
gucken!” Manni freute sich über die gute Nachbarschaft, die er
schon längst hätte haben können.
Beim Fußball kam richtige Stimmung auf, als der alte Claas in
die Runde fragte: “Männer was machen wir denn, wenn noch
einmal ein Brummelhase ins Hoppeldorf zieht?”
Alles sahen Manni an, doch der hatte die richtige Antwort
parat: “Den jagen wir zum Teufel!”
Alle Hasenmänner lachten und gaben sich die Fünf.
Von dem Tag an waren alle Freunde und ein Brummelhase
hätte keinen Platz im Hoppeldorf gefunden.

 

Manni und das Igelkind
 

An einem stürmischen und verregneten Abend, hatte es sich
Hase Manni zu Hause richtig gemütlich gemacht. Es war
Frühlingsanfang und noch recht kühl. Das Holz knisterte im
Ofen und im Topf darauf kochte Mannis Karottensuppe. Er
holte sich eine Decke, setzte sich aufs Sofa und sah sich die
Nachrichten im Fernsehen an.
Der Wind heulte sein Lied, die Bäume bogen sich und der
regen prasselte an seine Fensterscheibe. Manni stand auf um
seine Fensterläden zu schließen, als er plötzlich ein Rascheln
und Kratzen auf seinem Hof hörte. Er dachte sich: „Ach, die
Hasenkinder werden wohl irgend etwas draußen liegen
gelassen haben, nun spielt der Wind damit.“
Bald beruhigte sich das Wetter. Obwohl der Wind sich legte,
vernahm Manni diese Geräusche weiterhin. Also stellte er
seinen Kochtopf vom Ofen und ging vor die Tür. Es regnete in
Strömen, so musste er sich seine Gummistiefel anziehen.
Inzwischen waren die Geräusche verklungen, deshalb blieb
Manni ganz ruhig stehen. „Da, waren sie wieder“. Der Hase
bekam Herzklopfen, er war alleine und wusste nicht wer sich
auf seinem Hof herumtrieb. So holte er seine Taschenlampe
und leuchtete in die Richtung, wo er jemanden vermutete.
„Manni, du hast Mut“, sprach er zu sich und lief durch den
Regen. Jetzt konnte er sehen, dass sich etwas schwarzes und
weißes bewegte.
Dann sah er ein Igelkind, dass um seine Freiheit kämpfte. Mit
seinem Kopf steckte es in einem Plastikbecher, es war wohl
zu schwach sich aus eigener Kraft zu befreien.
Manni nahm den kleinen Kerl hoch, und, obwohl er sich
wehrte, gelang es ihm , seinen Kopf aus dem Becher zu
ziehen.
„Oh, oh! Die Hasenkinder haben etwas genascht und den
leeren Becher einfach in die Landschaft geworfen!“, ärgerte
sich Manni.
Das Igelkind nahm er mit ins Haus, mit einem Handtuch rieb
er es trocken. Er setzte den Igel aufs Sofa und sagte: „Jetzt
gebe ich dir ein Schüsselchen warme Milch und wenn du
möchtest auch Karottensuppe, dann wird dir wieder warm.“
Manni ging zum Ofen um die Milch zu holen, da hörte er das
helle Stimmchen von dem Igelkind: „Wer und was bist du? Ich
habe Angst vor dir, denn ich denke, du willst mich bestimmt
essen. Darum hast du mich wohl gerettet!“
Manni drehte sich zu ihm um und versuchte ihn zu beruhigen:
„Nein! Ich heiße Manni, bin ein Hase und esse keine kleinen
Igel.“
„Essen Mannis denn Igelmamas? Meine ist nicht mehr nach
Hause gekommen und ich war auf der Suche nach ihr. Dann
bekam ich Hunger, fand diesen Becher, wollte mir den Rest
Karottenpudding schmecken lassen, bin aber mit meinem
Kopf stecken geblieben!“
„Ja, und ich habe dich gefunden, du sitzt auf meinem Sofa
und weiß deinen Namen immer noch nicht!“, ergänzte Manni.
„ Meine Mama gab mir den Namen Hugo, aber essen darfst
du mich trotzdem nicht, weil ich dich sonst piekse!“
„Also Hugo, schüchtern bist du ja gerade nicht, aus dir wird
bestimmt mal ein mutiger Igelmann. Aber jetzt hältst du für
eine kurze Zeit deine kleine Igelschnute und hörst mir genau
zu: „Siehst du etwas auf meinem Tisch, dass wie Fleisch
aussieht? Siehe in meinen Kühlschrank, darin findest du nur
Obst und Gemüse.“
„Nur Obst und Gemüse, magst du denn keine Insekten? Ich
esse gerne Insekten, aber keine Hasen!“
Manni lachte: „Nun esse! Danach wird geschlafen und morgen
suchen wir deine Mama. Die Hasenkinder von nebenan
würden uns gerne beim Suchen unterstützen!“
„Klasse, Kinder gibt es hier auch? Oh Manni! Bei dir ist es ja
richtig cool!“
„Nun ab ins Bett, genug geplappert!“, Manni schmunzelte
dabei.
Für den Hasen war der Abend mit dem kleinen Hugo eine
lustige Abwechselung, aber auch sehr anstrengend.
Am nächsten Morgen wurde sie von dem Gesänge der Vögel
geweckt und der Himmel sah aus, als hätte er etwas
gutzumachen.
Manni wollte gerade die warmes Milch auf den Tisch stellen,
da plapperte Hugo schon wieder drauflos: „Manni, von Milch
werde ich nicht satt! Wenn wir länger unterwegs sind, dann
brauche ich Insekten zum Frühstück!“
„Kliener, ich habe keine Insekten, unterwegs kannst du so
viele essen wie du schlucken kannst!“
Unruhig saß Hugo auf dem Sofa und rief:“ Oh, Manni! Wenn
ich an diese Köstlichkeiten denke, dann kribbeln mir die
Stacheln! Aber was wirst du essen wenn deine Magen nach
Futter ruft, den kleinen Hugo?“
Manni wurde ungehalten: „Jetzt ist Schluss mit dem Quatsch,
du machst mich sauer! Wir müssen los! Aber zuerst schauen
wir bei dir vorbei, vielleicht ist deine Mama zwischenzeitlich
zurückgekehrt und wartet sehnsüchtig auf dich!“
„Genau, so machen wir das!“, freute sich Hugo. „Manni, wir
wohnen direkt am großen Weiher, da wo die Büsche ganz
dicht gewachsen sind!“
„Der ist ja nicht weit von hier entfernt!“,merkte Manni an.
Manni wickelte das Igelkind in ein dickes Tuch, ging mit ihm in
den Schuppen um sein Fahrrad mit der kleinen Karre zu
holen. Er setzte Hugo hinein und schob das Rad durchs Dorf.
Hinter den Löffelbergwen sah Manni die Sonne aufgehen und
er wusste, dass es ein schöner Frühlingtag wird. Der Igel war
total still, denn er ist noch nie in einer Karre gezogen worden
und der Hase genoss die Ruhe, die nicht lange anhielt
Endlich hatten sie das Dorf hinter sich lassen, jetzt durfte
Manni losradeln. Sein Rad quietschte, es brauchte dringend
Öl. Nicht lange, da hatte Manni richtig Tempo in seinen
Pedalen und Hugo kreischte vor Vergnügen. „Du bist so cool,
alles ist cool bei dir! Du bist der coolste Manni in der ganzen
Hasenwelt!“, rief er laut.
Am Weiher angekommen, flitzte Hugo gleich los um nach
seiner Mama zu rufen: „Mama! Wo bist du?“Doch er bekam
keine Antwort. So sehr sie auch suchten, keinen Strauch
ließen die Beiden aus, trotzem fanden sie keine Spur von der
Igelmama. Hugo war untröstlich: „Wo steckt meine liebe
Mama? Ich möchte kein Waisenkind sein!“
Manni setzte sich ins Gras, um das Igelkind zu trösten, als er
lautes Knacken im Unterholz vernahm. Was er dann
beobachtete, versetzte ihn ins Staunen. Er sah viele
Hasenfüße und Pfoten die in der Erde wühlten und etwas
einsammelten. Bei genauerem Hinsehen erkannte Manni die
Hasenkinder aus dem Dorf. „Das kann es doch nicht geben:“,
flüsterte er. „Hier laufen die Kinder in Schlafhose und
Nachthemd durch den Wald und stochern im Waldboden!“
„Guck Manni, die suchen Insekten! Und du erzählst mir, dass
Hasen nur Gemüse und Obst essen! Warum belügst du
mich?“, regte sich Hugo auf.
„Glaube mir endlich! Wir essen so etwas nicht!“
Zu Mannis Pech, kitzelte ein Grashalm die Nase des Igels,
dieser musste niesen und die Hasenkinder ergriffen die
Flucht.
So begab sich Manni auf den Rückweg, nahm den Igel wieder
mit, denn so ganz allein zurücklassen wollte er ihn auch nicht.
Allerdings musste er nun auch für Nahrung seines kleinen
gastes sorgen.
Als sie wieder das Dorf erreichten, saßen die Hasenväter auf
ihrer Bank und blätterten in der Zeitung. „Guten Morgen die
Herren! Eure Kinder auch schon munter?“, fragte Manni.
„Ach, nein! Es ist noch zu früh, die schlafen fest!“
„Ja, ja, wenn ihr wüsstet.“, dachte der Hase.
„Wo kommst du denn in aller Herrgottsfrühe auf dem Fahrrad
daher?“, wollten die Väter wissen.
„Gestern hatte ich ein Igelkind gefunden und war auf der
Suche nach seiner Mutter.“
Die Hasen lachten: „Unser Brummelmanni hat sein Herz für
die ganze Welt entdeckt!“
Hugo versteckte sich derweil unter der Decke. Ohne ein Wort
schob Manni sein Fahrrad nach Hause.
Am Nachmittag klopfte es fest an Mannis Türe, die
Hasenkinder riefen laut: „Onkel Manni, mach bitte auf!“
„Was gibt es so wichtiges?“, fragte er beim öffnen.
„Wir haben vorgestern einen Igel aus einer Drahtschlinge
befreit, aber nun macht er uns Sorgen, denn er will nicht
essen und trinken!“
„Und deswegen ward ihr heute im kleinen Wald am Weiher
um Insekten zu sammeln.“
„Oh oh, woher weißt du das?“
„Ich habe euch beobachtet, denn ich war auch dort. Ein
kleiner Igel sucht nämlich seine Mama, den ich gestern
gefunden hatte!“
„Das ist bestimmt meine!“, schrie Hugo und hüpfte so sehr auf
dem Sofa, dass er beinahe herunter plumpste
„Dürfen wir den Igel zu dir bringen, dann kann der Kleine
sehen ob er seine Mama ist?“
„Versuchen sollten wir es allemal.“, sagte Manni fast
erleichtert.
Wenig später waren sie mit einem Karton zurück, stellten ihn
auf den Boden und Hugo drängelte sich vor.
„Das ist ja meine liebe Mama!“, mit einem Satz sprach er auf
ihren Rücken, klammerte sich an ihr fest, als wollte er sie nie
mehr loslassen. Die Hasenkinder strahlten Manni an, dem ein
Tränchen der Rührung an seinem haarigen Gesicht herablief.
Überglücklich wurde diese kleine Igelfamilie zusammen
geführt. Und Hugo konnte kaum abwarten endlich Heim zu
gehen. „Manni! Darf ich dich und die Hasenkinder hin und
wieder besuchen? Aber jetzt müssen wir gehen, denn meine
Stacheln kribbeln, weil ich weiß, dass es Zuhause Insekten für
mich gibt!“ Alle lachten.
Mama Igel bedankte sich für die Rettung bei den Hasen, dann
traten sie ihren Weg an.

 

 

Manni sieht “Rot”
 

Der große Walnussbaum stand völlig kahl, wie im tiefsten
Winter da. Seine frischen, sattgrünen Blätter lagen auf der
Wiese. Dieser Anblick ließ Manni`s Herz fast stehen, Tränen
füllten seine Augen, schreien hätte er können. “Es konnte
nicht sein, dass dieser kräftige, gesunde Baum über Nacht
seine Blätter abwarf!”, schimpfte er. Von oben vernahm er
ungewohnte Geräusche, er hoffte keinen Ganoven im
Baumhaus zu entdecken, welches er kürzlich für die
Hasenkinder baute. Schnell und leise kletterte er die
Strickleiter hoch und öffnete die Türe. Da hatte es sich
tatsächlich ein fremder Hase bequem gemacht. Er lag auf der
weichen Unterlage von Blättern, starrte an die Decke und
wippte mit seinen Hinterläufen. Eine weiße Strickmützen
zierte seinen Hasenkopf, in den Löffeln steckten Knöpfe und
ein Gerät hing um seinen Hals. Solch einen Typen hatte
Manni noch nicht gesehen, vielleicht kam er aus einer
anderen Welt. Manni wurde nicht bemerkt, also ging er auf ihn
zu und zog ihm die Knöpfe aus den Löffeln.
“Hey, alter Mann, darf man in eurem Dorf keine Musik hören?”
“Das nennst du Musik, wo kommst du her und wie siehst du
überhaupt aus?”
“Nicht anders als andere Teenager auch!”
Manni verstand Bahnhof: ”Was sind Teenager, eine mir
unbekannte Hasenrasse?”
Der Fremde Bengel kugelte sich vor Lachen: “Hey, keine
Ahnung? Teenager sich junge Hasen, die in der Großstadt
leben, sie hören Hipp- Hopp Musik über einem MP3er! Ist das
noch nicht bis zu euch Dörflern vorgedrungen?” Manni kochte
vor Zorn: ”Die Dörfler wirst du gleich kennen lernen, du
unerzogener Hase! Sag mir sofort, ob du die Blätter vom
Baum gerissen hast?”
“ Na ja, ich hatte Langeweile weil mein Opa noch schlief!”
Manni zog den frechen Burschen an seinen Löffeln, aus dem
Baumhaus herunter auf den Boden: ”Und jetzt sagst du mir,
wer du bist und wer dein Opa ist!”
Ihm blieb nichts anderes übrig als mit der Wahrheit
rauszurücken:” Ich heiße Buddy und mein Opa ist der alte
Claas!”
Manni dachte: Dieser arme herzkranke Hasenmann, mit solch
einem Enkelsohn gesegnet, aber ich muss ihm davon
erzählen!” Claas war entsetzt zu hören, wie sein Enkel sich
Manni gegenüber verhielt. Und welche schlimme Sache ,er in
dieser kurzen Zeit schon anstellte.
Der alte Claas erfuhr von dem Zwischenfall
Dein Aufenthalt hier fängt ja gut an, umgehend wirst du alle
Blätter wegräumen, dich anschließend bei Manni
entschuldigen, sonst jage ich dich zurück in die Stadt!”, schrie
Claas ihn an.
“Wegräumen werde ich die Blätter, aber die Entschuldigung
könnt Ihr euch erträumen, weil ich nichts bereue!”, gab er
frech zur Antwort.
Lustlos und extra behebe machte er sich an seine Strafarbeit.
Claas war nun mit Manni alleine und erzählte ihm warum sein
Enkelsohn bei ihm ist:
“Meine Tochter lebt mit Buddy alleine in einer Großstadt im
Süden. Da sie viel arbeitet hat sie dementsprechend zu wenig
Zeit für ihren Jungen. Gestern musste ich ihn vom Bahnhof
abholen, weil meine Tochter im Krankenhaus liegt!” Manni,
was sollte ich anderes machen, ich habe nur dieses einzige
Kind?”
Manni legte einen Arm um seine Schulter und sagte: ”Claas,
Du hast richtig gehandelt!”
Beide sahen zu Buddy hinüber der genauso weit war wie am
Anfang.
Sein Opa Claas konnte sich diese Trödelei nicht länger mit
ansehen und rief ihm zu:” Geh rein, deck den Frühstückstisch,
ich mache hier weiter!”
Buddy grinste, er hatte erreicht was er wollte. Manni schüttelte
seinen Kopf, er verstand nicht warum sein alter, kranker
Freund so nachgiebig war. So würde der Junge nichts aus
seinen Dummheiten lernen.
Den Rest des Tages ließ Buddy sich nicht mehr blicken.
Manni dachte sich, jetzt wird er wohl bei Claas auf dem Sofa
liegen, seine Hippel - Hoppel-Musik hören und sich von
seinem Opa bedienen lassen.
Früh am Morgen, als Manni aus seinem Fenster sah erblickte
er Buddy auf der Wiese. Wie ein Ziegenbock sprang er auf
seinen langen Beinen umher, aber immer mit einem Blick zu
Manni`s Häuschen herüber. Der dachte: ”Bursche dich werde
ich im Auge behalten, so wie gestern kannst du dich hier nicht
benehmen. Auch nicht dann, wenn dein Opa unser bester
Freund Claas ist!”
Einige Zeit später, die Hasenkinder mussten in den
Kindergarten, ertönte lautes Geschrei: ”Mama, unsere Schuhe
sind nicht mehr da, sollen wir auf nackten Füssen laufen?”
Die Mütter fragten:” Seid ihr sicher, dass ihr sie habt draußen
stehen lassen?” Die Kleinen weinten:”
Ja, wir lassen sie immer draußen!”
Manni, kochte vor Wut und dachte:” Buddy, ich hoffe für dich,
dass du nicht dahinter steckst, dann müsste was geschehen.”
Während die Mütter, die Kinder und Manni nach den Schuhen
suchten, sprang Buddy mit einem
“Buh” aus dem Gebüsch. Er bog sich vor Lachen und fragte
unverschämt:” Zu wenig Karotten gegessen, oder warum seid
ihr blind?” Dabei zeigte er auf den Apfelbaum.
Die Schuhe der Hasenkinder hatte er in den Baum gehangen,
die Regenschirmchen steckten im Garten zwischen den
Karotten. Manni, konnte sich nicht mehr zurückhalten:” Buddy,
es reicht jetzt, ich werde dafür Sorge tragen dass Claas dich
nach Hause schickt, dann musst du eben alleine bleiben bis
deine Mutter wieder gesund ist!”
“Kinder, es kommt der Tag, an dem wird Buddy weinen.”,
tröstete Manni die Kleinen.
Dieser sollte nicht mehr fern sein.
An einem heißen Sommertag durften die Hasenkinder mit
ihren Schwimmkörbchen zum Weiher.
Manni, hatte ihnen aus den Holzresten die vom Baumhaus
übriggeblieben sind, kleine Paddel hergestellt. So konnten sie
in ihren Körbchen über das Wasser schippern. Buddy, musste
die Kleinen wieder ärgern:” Ach, Wasserscheu seid ihr, ich,
der Superhase bin der einzige Hase der schwimmen kann.
Und wollt Ihr wissen, woran die Welt einen Superhase
erkennt? An der weißen Strickmütze!” Die Hasenkinder
sprangen gleich drauf an:” Du lügst, Hasen können nicht
schwimmen und ein Superhase bist du auch nicht. Sollte es
einen gäben, dann wäre dieser, unser Onkel Manni!”
Buddy, war ganz plötzlich verschwunden. Die Kleinen setzen
sich in die Körbchen und paddeln ruhig über den Weiher.
Darin konnten sie Frösche und Fische beobachten. Die
Mädels hatten ihre Sonnenschirmchen aufgespannt, die
Jungens trugen ihre Käppis und Sonnenbrillen.
Auch Igelkind Hugo war unterwegs, er sah der Hasenbande
vom Ufer aus zu:” Hallo Freunde, ihr seht aber cool aus!”, rief
er.
Die kleinen Hasen dachten an nichts böses, genossen die
warmen Sonnenstrahlen.
Dann bemerkten sie, dass sich die Baumäste über ihnen stark
bewegten und sie von einigen Holzstückchen getroffen
wurden. Wer sollte wohl in dem Baum sitzen? Die weiße
Strickmütze war nicht zu übersehen, das konnte nur der
nervige Buddy sein.
Er wippte und wippte, verlor dann den Halt und machte einen
unfreiwilligen Köpper in den Weiher.
Die Körbchen drohten zu kippen, die Hasenkinder schrien aus
Angst ins Wasser zu fallen, doch alles ging gut. Buddy, war
eine Weile nicht zu sehen, die Kleinen dachten wohl:” Wer
schwimmen kann, der wird als Superhase auch tauchen
können.”
“Da sind Kreisel im Wasser!”, rief die kleine Betty, dann sahen
sie den Kopf von Buddy. Seine Mütze war ihm in`s Gesicht
gerutscht, er kam kurz hoch und schrie:” Hilfe!” Dann war er
wieder untergetaucht. Alle waren erschrocken, aber wie
sollten die Kleinen helfen? Sie hatten nicht die erforderliche
Kraft den großen Buddy aus dem Weiher zu ziehen.
Zum seinem Glück stand der kleine Hugo noch am Ufer. Er
lief so schnell wie er mit seinen kurzen Beinchen konnte und
holte Hilfe. Der alte Claas war mit Manni schnell zur Stelle,
eine langen Besenstiel brachten sie mit. Den streckte Manni
dem strampelnden Buddy hin, der hastig danach griff. Doch
sofort zog Manni ihn nicht an`s Ufer, einwenig wollte er den
frechen Burschen noch zappeln lassen. “Opa! Manni! Rettet
mich bevor ich ertrinke!”
“ Bevor ich dich aus dem Weiher ziehe, hast du uns etwas zu
versprechen: Keine Hasenkinder mehr ärgern, dich wie ein
vernünftiger Hase zu verhalten und deinem Opa keine
Schande zu bereiten. Wenn das nicht funktioniert, werfe ich
dich wieder in den Weiher!”
Buddy konnte kaum sprechen, soviel Wasser hatte er in
seiner großen Klappe.
Er schwor sich zu bessern, seine Mutter sollte sich nicht für
ihn schämen müssen.
Nach seiner Rettung fiel er seinem Opa um den Hals und
sprach die längst überfällige Entschuldigung aus. Der alte
Claas war erleichtert.
Ein paar Worte wollte Buddy noch loswerden: ”Danke für Eure
Geduld mit mir, außerdem finde ich es hier im Hoppeldorf viel
cooler als in der Großstadt; und Du Manni, bist der coolste!”


 

Manni, und der Weiße vom Nordpol
 

Seit längerem schon, hatte Manni den Gedanken, wie schön
es wäre einen richtigen Freund an seiner Seite zu haben.
Nachbarn hatte er genug, aber die waren mit Frau und
Kindern gesegnet und er war überzeugter Junggeselle.
Im Monat vor Weihnachten erhielt er Telegramm, mit dem
Stempel von Nordpol. Seine erste Vermutung war, dass der
Nikolaus erkrankt sei und Manni ihn vertreten solle. Hastig riss
er den Umschlag auf und begann zu lesen: ”Lieber Manni, ich
weiß, dass aus dir ein guter Kerl geworden ist. Dein
Hasenherz ist groß und deine Hilfsbereitschaft ohne Beispiel.
Deshalb bitte ich dich um Aufnahme eines lieben Freundes,
nur solange, bis er ein eigenes Zuhause gefunden hat. Gerne
würde ich dir den Schneehasen “Whity” anvertrauen. Unser
Doc hatte ihm dringend zum Klimawechsel geraten, für seine
Rheumaerkrankung sei der Nordpol Gift. Da er genauso cool
ist wie du, bin ich mir ganz sicher, dass ihr Freunde werdet!”
Manni legte das Telegramm beiseite und schmunzelte. Die
Vorstellung, ein weißer Hase unter uns vielen braunen,
breitete ihm Vergnügen. “Warum eigentlich nicht?”, fragte er
sich, sprang in die Luft und schlug einen Salto. Schnell
brachte er seine Zusage an den Nikolaus zur Post. Nun
wartete er ungeduldig auf seinen zukünftigen Mitbewohner.
Aufgrund der klirrenden Kälte konnte Whity nicht mit dem
Rentierschlitten anreisen, sondern ganz käme bequem im
warmen Zug.
Noch hatte Manni viel Arbeit vor sich. Ein zweites Bett musste
gebaut werden, außerdem würde seinem Häuschen eine
Renovierung gutstehen. Bei all diesen Verschönerungen,
stand der alte Claas ihm hilfreich zur Seite.
“Manni, du bist tatsächlich der Coolste! Mit allem wirst du
fertig, nichts haut dich um! Hat der Nordpol dich so
Widerstandsfähig gemacht? Zuerst kümmerst du dich um das
Igelkind, dann ärgerst du dich mit meinem ungezogenen
Buddy herum, nun bekommst du auch noch Besuch für
unbestimmte Zeit.”, sprach Claas lachend, nachdem Manni
ihm erzählte worauf er sich wieder einließ.
In Windeseile sprach es sich herum, dass im Hoppeldorf ein
weißer Hase erwartet wird. Und dieser, vom wem auch sonst,
von Manni aufgenommen würde.
Viele helfende Pfoten brachten sein Häuschen zum blinken.
“So, nun kann der weiße Kumpel kommen.”, sagte Manni, alle
konnten sehen wie sehr er sich freute.
Endlich kam der Tag, auf den Manni so sehr gewartet hatte.
Mit Fahrrad und Anhänger holte er Whity vom großen
Hoppelstadt- Bahnhof ab.
Die beiden begrüßten sich so, als wären sie seit ewigen
Zeiten schon Freunde.
“Du hast aber schön hier, so gut hatte ich es nicht am
Nordpol”, staunte Whity. “Immer kalte Pfoten und nur auf
Suche nach einem geschützten Plätzchen, für das raue Klima
war mein Körper nicht mehr geschaffen!”, fügte er hinzu.
Nach einer Tasse heißen Tee fühlte sich Whity wohlig.
Über sein Bett freute er sich besonders: ”Manni, mein erstes
warmes Lager, ich werde gar nicht mehr aufstehen wollen.”
Gut ausgeschlafen waren die Beiden schon früh auf ihren
Pfoten. Der Morgentau bedeckte die Wiese und die Vögel
begrüßten den Tag mit einem Liedchen.
Manni machte den Vorschlag eine Runde um die Wiese zu
laufen. ”Bewegung tut unseren Gelenken gut und die klare
Morgenluft bringt den Kreislauf in Schwung!”
Sie verließen das Häuschen, mit hochgesteckter Nase sprach
Manni:” Withy, ich rieche den Schnee, lange dauert es nicht
mehr und du bist nicht mehr zu sehen. Es sei denn, ich binde
Dir ein Glöckchen um damit Du nicht verloren gehst!”
“Manni, mache keinen Quatsch mit mir, ich bin doch keine
Kuh!”, scherzten sie.
Whity freute sich auf den Tag, an dem es ihm besser geht.
”Manni, wenn ich wieder Fit bin, dann zeige ich dir wie schnell
ein Schneehase flitzen kann!”
Manni lachte. Ja, er mochte seinen neuen Kumpel.
Der erste Schnee fiel, auf den die Hasenkinder sich so sehr
freuten.
Mit Schneeballschlachten machten sich warm, danach ging es
zum Rodeln. Withy war mittendrin, er fand Spaß an ihren
Winterspielen.
Dann kam ihm eine Idee, er rief alle Hasenkinder zu sich:”
Habt ihr Lust auf ein Versteckspiel? Im hohen Schnee geht
das prima.”
“Ja!”, riefen sie.
Die Begeisterung der Kleinen verflüchtigte sich schnell, sie
beschwerten sich: ”Das ist unfair, Withy findet uns immer,
aber wir können ihn im Schnee nicht erkennen! Dieses Spiel
hatte er sich mit Absicht ausgedacht!”
Withy indes, saß versteckt und konnte sich das Lachen nur
schwer verkneifen. Auch Manni konnte ihn nicht erblicken und
meinte, er solle sich eine bunte Mütze aufsetzen damit die
Kinder auch ihren Spaß hätten!
Am nächsten Tag gab es Aufregung im Hoppeldorf. Claas
berichtete, er habe den dicken Dompteur durch`s Hoppeldorf
schleichen sehen. Da es schon sehr spät war, wollte er
niemanden wecken und fragte sichtlich erregt. ”Manni, was
wollte der wohl hier, der Bär ist schon lange im Zoo?”
“Weiß ich auch nicht, aber ich werde es erfahren wenn ich ihn
erwische! Deshalb werde ich heute Nacht Wache schieben!”
entschied Manni.
Withy wusste nicht worum es ging, wurde aber dann von
Claas aufgeklärt. “Manni und wir alle hatten im letzten Jahr,
als der Zirkus in Hoppelstadt gastierte, dem dicken Dompteur
seinen Tanzbären genommen. Er quälte das Tier, die
Vorstellung war kaum zu ertragen. Der Zirkusdirektor entließ
ihn auf der Stelle, nun will er wahrscheinlich Rache üben!”
“Wir sind zu viele, zu schnelle, was also könnte der Dicke
ausrichten?”, sagte Withy.
Gegen Mitternacht legte Manni sich auf die Lauer. Eingehüllt
in eine weißen Decke, saß unter dem Baum und wartete.
Lange dauerte es nicht, schon kam der kleine dicke Dompteur
um die Ecke. Er schlich um Manni`s Häuschen und spähte
ins Fenster. Aber er konnte wohl nichts erkennen, weil bei
Manni kein Licht brannte. Gerade wollte er kehrt machen, als
Manni ihm vor seine Füße sprang und ihn aufforderte Antwort
zu geben:” Was suchst du hier, glaubst du etwa der große Bär
wäre in meinem Haus? Das arme Tier ist endlich in
Sicherheit!”
“Du Zwerg, hast mir meinen Tanzbären genommen, dafür
hole ich mir deinen Weißen. Mit dem werde ich die
Zirkusnummer des Jahrhunderts aufführen!”
Manni wurde wütend:” Warum wir den Bären weggeholt
hatten, dass weißt du wohl am besten,
Unseren Schneehasen bekommst du nicht, auch nicht dann,
wenn ich die Nächte draußen verbringen müsste!”
“Du wirst es erleben!”, schrie der Dompteur Manni ins Ohr und
machte sich plumpen Schrittes von dannen.
In dieser Nacht fand Manni keinen Schlaf. Die Bewohner im
Hasendorf machten sich Gedanken darüber, wie sie Withy vor
dem Zugriff schützen könnten.
Manni, hatte wieder mal die beste Idee: ”Wir formen einen
Withy aus Schnee und setzen ihn auf die Wiese, den kann er
sich dann mitnehmen!”
“Der schmilzt ihm doch weg!”, bemerkte Hase Hannes. “ Dann
muss der Dicke eben schneller laufen!”, scherzte Claas.
“Wie schön, dass wir immer noch etwas zum Lachen haben!”,
freute sich Withy.
Abends wenn die Hasenkinder schliefen wollten sie damit
beginnen.
Schnee war genug vorhanden, so dass dieses Schneemodell
genauso groß wurde wie Withy selbst.
Zufrieden betrachteten sie ihr Werk, Withy sagte lachend:
”Der sieht ja besser aus als ich!” Manni fügte hinzu: ”Jetzt
siehst du, wie schnell ein Schneehase kopiert werden kann!”
Nun blieb nur die Hoffnung, dass es in dieser Nacht ordentlich
friert, dann wäre der falsche Withy so schwer wie der Echte.
Die Neugier ließ die Hasen nicht schlafen. Jeder stand hinter
seinem Fenster und wartete darauf, dass der kleine Dicke
auftaucht.
Dann endlich kam Leben ins Geschehen.
Der Schein seiner Taschenlampe kündigte den Dompteur an.
Langsam und gebückt schlich er durch Dorf. Der Schnee
knirschte unter seinen schweren Stiefeln.
Alles war ruhig nur ein Waldkäuzchen rief. Jetzt sah er den
weißen Hasen auf der schneebedeckten Wiese sitzen. Das
Licht seiner Taschenlampe zeigte den Hasen, wie breit der
dicke Dompteur kicherte. Sicher dachte er, der Hase schläft
im Schnee.
Dann stülpte er einen Sack über den Withy aus Schnee,
schob ihn hinein, band den Sack zu und flüchtete.
Die Hasen stürmten aus ihren Häuschen, sie freuten sich,
schlugen Purzelbäume im Schnee und lachten wenn sie sich
ansahen. Jeder von ihnen könnte jetzt “Withy” sein. Alle ganz
in Weiß.
Inzwischen war der kleine, dicke Dompteur zu Hause
angekommen und freute sich über seine Beute. Ganz außer
Puste stellte er den Sack gedankenlos neben seinem Ofen
ab, um erst mal zu verschnaufen. ”So mein schöner Weißer,
lass Dich richtig begucken, wir werden eine schöne Zeit
miteinander haben!”,Kicherte er wieder..
Aber er griff ins Leere. Vor Schreck konnte er sich kaum auf
seinen Beinen halten.
Er fluchte: ”Verflixt, der Sack ist leer! Wo ist der Weiße hin? Er
kann mir nicht entkommen sein!”
Die große Pfütze vor seinem Ofen übersah er vor lauter Hass
auf unseren Manni.
“Dieser kleine Zwerg mit seinen schrecklichen Freunden
haben den Schneehasen verhext, vielleicht hat er mich auch
verflucht oder schickt mir einen bösen Zauber!” Wie denn
sonst, kann der Weiße verschwunden sein? Oder ist vielleicht
das ganze Hoppeldorf verhext, vielleicht die Hoppelstadt oder
das Hoppelland?”
So spann er weiter, bis er verrückt wurde. Niemand hatte ihn
jemals wiedergesehen.
Über diese Geschichte wird noch heute in Hoppeldorf gelacht
und wieder war Manni der “Coolste“.